Reifengröße, DOT & Co.: Die Kennzeichnung auf der Reifenflanke lesen
Auf jeder Reifenflanke steht eine ganze Reihe Zahlen und Buchstaben – auf den ersten Blick unübersichtlich, aber gut lesbar, sobald man den Aufbau kennt. Ein typisches Beispiel: 195/70 R15C 108L. Hier erfährst du, was jeder einzelne Teil bedeutet.
195 steht für die Reifenbreite in Millimetern, gemessen von Flanke zu Flanke.
70 ist das Querschnittsverhältnis in Prozent – die Höhe der Seitenwand im Verhältnis zur Breite. Bei 195 mm Breite und 70 % ergibt das eine Seitenwandhöhe von rund 137 mm.
R steht für Radialbauweise, heute praktisch der Standard.
15 ist der Felgendurchmesser in Zoll – muss exakt zur montierten Felge passen.
Direkt nach dem Felgendurchmesser steht bei vielen Wohnwagen- und Wohnmobilreifen ein zusätzliches C oder CP.
C steht für Commercial (auch Cargo) – ein verstärkter Transporter-Reifen, zulässig bis 4,5 bar Luftdruck.
CP steht für Camping Pneu – eine nochmals verstärkte Sonderbauart speziell für Wohnwagen und Wohnmobile, mit kräftigerer Karkasse und Freigabe bis 5,5 bar. Viele Reisemobil-Hersteller schreiben CP ab Werk vor.
Schreibt der Fahrzeughersteller CP vor, reicht ein einfacher C-Reifen nicht aus, selbst wenn der Traglastindex rechnerisch passen würde. Maßgeblich ist die Zulassungsbescheinigung Teil I.
Der Traglastindex (Load Index) ist eine genormte Zahl direkt nach der Größenangabe, z. B. 108. Jeder Zahl ist eine feste maximale Tragfähigkeit in Kilogramm zugeordnet – 108 steht für rund 1.000 kg pro Reifen.
Bei Transporter- und Camping-Reifen findest du manchmal eine Doppelangabe wie 108/106: Der erste Wert gilt für Einzelbereifung, der zweite für Zwillingsräder an der Hinterachse.
Wichtig: Der montierte Reifen muss mindestens den in der Zulassungsbescheinigung geforderten Index erreichen, eine Reserve nach oben schadet nie.
Direkt nach dem Traglastindex folgt ein Buchstabe für die maximale Dauergeschwindigkeit, z. B. L für 120 km/h.
Die gängigen Werte bei Wohnwagen- und Wohnmobilreifen: L = 120 km/h, M = 130 km/h, N = 140 km/h, Q = 160 km/h, R = 170 km/h, S = 180 km/h, T = 190 km/h.
Ein höherer Index als gefordert ist unproblematisch, ein niedrigerer macht den Reifen unzulässig. Für die Tempo-100-Zulassung eines Gespanns ist mindestens Index L vorgeschrieben – Details dazu im Ratgeber zur Tempo-100-Regel.
Die DOT-Nummer auf der Flanke gibt an, wann der Reifen produziert wurde – die letzten vier Ziffern stehen für Kalenderwoche und Jahr. 2419 bedeutet: Woche 24 im Jahr 2019.
Reifen altern auch durch Standzeiten, nicht nur durch Kilometer. In Deutschland gilt bei Wohnwagen und Wohnmobilen die Sechs-Jahres-Regel für die Freigabe über 100 km/h, unabhängig vom Profilzustand.
Caravan Balance berechnet das Alter bevorzugt aus dem DOT-Code, da er das tatsächliche Herstellungsdatum zeigt – ein Reifen kann schließlich eine Weile im Lager gestanden haben, bevor er montiert wurde.
Wo genau finde ich die Kennzeichnung am Reifen?
Auf der Seitenwand (Flanke), meist auf beiden Seiten identisch aufgeprägt. Größe, Traglast- und Geschwindigkeitsindex stehen direkt hintereinander, der DOT-Code ist separat gekennzeichnet und beginnt mit den Buchstaben DOT.
Muss ich zwingend CP-Reifen kaufen, wenn C draufsteht?
Nein, grundsätzlich ist es umgekehrt: Ist CP vorgeschrieben, reicht C nicht. Ist nur C vorgeschrieben oder gar keine Zusatzkennung gefordert, darfst du auch CP fahren – das ist die stabilere Variante.
Was, wenn Traglast- oder Geschwindigkeitsindex nicht auf dem Reifen zu erkennen sind?
Beide Felder in Caravan Balance sind optional – du kannst den Eintrag auch ohne diese Angaben speichern und später ergänzen, sobald du sie am Reifen abgelesen hast.
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand August 2026.